Blaugrüner Mohn
Durch blaugrüne Mohnfelder laufen und den Bauern ihr Brot abkaufen
Durch blaugrüne Mohnfelder tapsen und kichernd den Weg verlassen
Durch blaugrüne Mohnfelder in die Wiese kullern,
den blaugrünen Mohnfeldern einen Hauch vom Sommer geben.
Blaugrüne Mohnfelder, die die Klarheit gerade recht vernebeln,
dem Sommer einen Sinn im Mohnfeld geben.
Blaugrüne Gespenster der Vergangenheit einladen,
aus ihren alten Gefängnissen in die helle Warme Sonne zu treten.
Blaugrüne Gedanken, die sich mir nix dir nix davonstehlen,
in der Nebelwand auflösen und sich nach sich selbst verdrehen.
Blaugrüne Augen, die sich tief in dir verankern,
wie ein Schiff einen Hafen suchen im Mohnfeld.
Blunzenradl – frei nach Viktor Frankl
Is des nur a Schaß im Woald, oder is nur mir so kalt,
is des nur a Blunzradl, oder schmecken mir die Quadeln?
Is des nur der Zwischenraum, oder stellts´ma auf den Baum?
Is des nur a Regenschauer, oder bin i gar in Trauer?
Is des vielleicht gar a Wunder, dos i mi do gar so gschunda?
Soll i des vielleicht leilassn, na dann steh i auf der Straßn…?
Is des komplett frei nach Frankl,Viktor heißt der auf dem Bankl!
Soll i wieder eineschauen, mi in´ d neuche Kutten hauen?
Soll i mi vielleicht gar hassen, weil die andern mit net fassen?
Is des frei nach Frankls Texten, wir die Zeit enorm verhexten?
Is des wie des Adlers Schwingen, die Türen knarren oder klingen!
seltsame Arbeitsprozesse im April 2014
Sigrid Francesca Beckenbauer
DAS SCHWARZE SCHAF
Ich bin das schwarze Schaaaaf,
das kreativ sein daaaarf
Ich bin die Wölfin, die durch Länder streifen will,
Ich bin Gefährtin, die versuchte schon ganz viel,
Ich bin der Schmetterling, der flattern mag,
ich bin der Text, der in mir klein und verzaaaag…
Ich bin der Umbruch und der Wille,
in mir sitzt schon ´ne große Grille!
Ich bin das schwarze Schaf,
das nicht künstlerisch sein darf…?
Ich bin der Sturz und die hohe Welle,
wo bist du nur mein Du – zur Stelle ?
Ich bin Liebe und auch Aggression,
wer gibt hier an den reinen Ton?
Ich bin nicht ich – ich bin nicht du,
ich bin ganz Viech und lass ka Ruh…
Ich bin die Wurzel und die Kuh,
die das Rennpferd bringt zur Ruh
Ich bin die Energie, das Yin und auch das Yang,
und manchmal macht es in mir nur Plang!
Das schwarze Schaf, das guckt nur zu…
Es mag Menschen, die nicht sind, wie ich und du….
es mag Strecken, die nicht allzu weit,
es mag Gefühle, die in Heiterkeit,
sich auflösen, zugunsten der Bitterkeit,
es mag keinen Kampf und auch kein Weh,
es mag nur frischen grünen Klee!
Sigrid Francesca Beckenbauer, März 2014
Der Phönix und die Conchita
Die Außenwelt hat plötzlich so an Durst,
nach der Haut von der Conchita Wurst,
doch ist a´ Phönix nicht in jedem drin,
auch wenn viel zu viel Augustin ist hin?
Die Asche aus der wir neugeboren werden,
muss am Grab sich wie ein Golem wild gebären.
Ist der Phönix mit seinen Armen gebunden an den Stein,
schenken andre ein vollmundigen roten Wein?
Ist der Phönix noch geschunden in falschen Armen,
braucht ein nettes Platzerl frei und auch im Warmen!
Sieht des Phönix Schwingen hinter der broeckelnden Wand noch niemand,
gehen die Wege innerlich sogar schon bis nach Finnland?
Der Conchita ist das alles ziemlich blunzn,
werden andere Talente im Lande neu verschrunzen…
Finnland, Schweden, Island oder Irland,
der Autorin neue Spuren derzeit noch unbekannt!
Sigrid Francesca Beckenbauer, 14. Mai 2014
I bin so allaaaaa – als wia a Sta…..
I fühl mi no ganz klaaaaa…..weil i scho so vieles auf der Welt waaar
I bin so allaaaaa…als wia a Felswand
Mittendrin a Gemsen im falschen Gwand!
I bin so allaaaa…wia a kloans Pinkerl,
stell mit trotzdem in ka Winkerl!
I bin so allaaaa…wia a einsames Fee Taschentuch,
und drum les i a in der Fruah bloss a Buach!
Du bist so alla…..fühlst dei Herz als wie a Gitter,
magst die nimma erinnern an den schönen Glitter!
Du bist so alla….magst net kumma in die Puschn,
weil du glaubst, es is als wia a Rutschn.
Wennst mi aufsuachst, wennst mi hoatst, wennst mi
hinterm meterhohen Turm hervorluagn siehst,
wennst mit hinterm Mond no riachst !
Wennst mi no in diesem Jahr,
fragst ob i mit dir ins Leben einifahr !
Wennst mi no in diesem Jahr,
wagst di füra aus dein wenig Haar !
April 2014
IM APFELKERN DES LEBENS
Am Apfelkern des Lebens herumkauen,
und dabei sich selbst zuschauen,
wie das Gekaute sich neu lässt bauen.
Der Apfelkern des Lebens in mir ist außen hart und innen weich,
und die vielen Apfelkerne schwimmen gern im eigenen Teich.
Mit dem Apfelkern spazieren gehen und der Sonne entgegenblinzeln,
und manchmal auch über längst verflossene Zeiten winseln.
Mit dem Apfelkern und einem guten Tee jonglieren,
und darüber auf der Heide meditieren.
Den Apfelkern neben die Marillen legen,
und sich selbst wieder einmal segnen.
Auch wenn ein Nordwind durch die Stadt weht,
und das Abwarten mitten in der Uhr vergeht.
Mit dem Apfelkern die Sinne schwinden lassen,
die Worte im eigenen Ring neu fassen.
Mit dem Apfelkern die Dunkelheit besiegen,
durch die Stille um neue Ecke biegen.
W U R Z E L K R A F T
Die Wurzelkraft wieder finden,
sich an sich selbst neu binden.
Eingebettet in die Zeit, wachsen alte Wurzeln nach.
Lagen sie doch eine ganze Weile unbeachtet brach.
Die eigenen Wurzeln wieder ausgraben,
und sich dabei wunderbar laben!
Die Wurzelsuppe kochen mit einem bunten Sud,
Tut der Seele und der Eigenkraft sehr gut!
Die Wurzeln stärken, befüllen mit neuen Inhalten…
Was will mir das Leben sagen – soll ich neu gestalten?
Die Wurzeln finden mit Geschwindigkeit,
löst aus in mir verschwundene innere Heiterkeit….
Wird erst gebracht in Schwingung,
muss ich nicht mehr sein in Ringung?
Stellen sich neue Wurzelfreunde ein,
wie die Schwammerln wollen umringt sie sein.
Wachsen nach und nach kleine große Pilze im bunten Wald,
kommen singend raus zu einem schmackhaften Gesamtgulasch bald!
MOOSHERZ im LICHT
Kleines Moosherz im Licht
wohin willst du dich wenden?
Magst deine Kraft nicht mehr verschwenden!
Kleine Moosherz im Licht,
wie soll dein eigenes Leuchten gesehn?
Wenn die andern oft noch vor dir stehen?
Kleines Moosherz im Licht,
warum stehst du so einsam da?
Das ist doch alles gar nicht wahr!
Kleines Moosherz im Licht,
leuchten dir die Gefährten….
Hinein bis in angedachte Gärten.
Kleines Moosherz im Licht,
gib dir Kraft, dann kann das Herz wieder pumpen!
Wird sich niemand mehr lassen lumpen!
Kleines Moosherz im Licht,
die Bäume wissen – das einige dich noch vermissen…
Kleines Moosherz im Licht,
sie lauschen – und möchten auch mit dir tauschen.
Kleines Moosherz im Licht,
der Wald dich versteht – oft war es dunkel in dir…
aber das gibt die Spur hin zu mir!
Kleines Moosherz im Licht,
es kommt wieder die Zeit, dass dein Leuchten geschieht!
Und die Stille ganz leis vorüberzieht
Wenn ich ein Gewässer wär….
Wenn ich ein Gewässer wäre, würde ich mich hingeben, einfach treiben lassen,
die Steine sanft umspülen, mit dem Rhythmus der Steine mitfließen,
mich einlullen von mir selbst, mich ins Meer der Tränen ergießen,
bei einer Kirche Halt machen, sie mitnehmen,
die Kirchenglocke würde dann jedesmal von unten heraufschallen.
Mein aufgeregtes Herz beruhigen, durch das regelmäßige Geläute würde ich in den neuen Rhythmus finden.
Wenn ich ein Gewässer wär, würde ich meine Wellen beobachten, die Kreise, die ich ziehe,
die unendlichen Schleifen der Wiederkehr ohne Ende!
Wenn ich ein Gewässer wär, hätte ich keine Sorgen, denn ich könnte alles ruhig hinuntertreiben lassen, die Ängste, ohne Verderben, ohne Ruhelosigkeit, ohne Panik, ohne inneren Hunger!
Wenn ich ein Gewässer wär, könnte ich viele Schiffe tragen, große und kleine, dicke und dünne!
Wenn ich ein Gewässer wär, könnte ich viele Wunden heilen, mir selbst Trost und Mut zusprechen!
Wenn ich ein Gewässer wär, könnte ich mich befreien von falschen Abhängigkeiten!
Wenn ich ein Gewässer wär, hätte ich Mut für meine Träume und meine Gezeitenfolge!
Ebbe und Flut wären ganz natürlich und würden mich nicht beunruhigen!
Verlust wäre eine natürliche Folge und ich wüsste, dass nur die Steine ruhig sind, nicht aber das Wasser, das sie bewegt.
Wenn ich ein Fluss wär, könnte ich über alle Grenzen fließen, über Palmen springen,
über Krabben klettern, über Ruhe und Unruhe selbst entscheiden, über Dörfer fluten,
die ihre Natürlichkeit verloren haben!
Sigrid , 22. 06. 2014










